Erfahrungen & Bewertungen zu KWH Seniorenbetreuung Stuttgart
Pflegenachrichten 2018-07-17T19:19:39+00:00

Pflegenachrichten

Talkrunde bei Phoenix: Pflegenotstand – warum ändert sich nichts?

Eine interessante Gesprächsrunde von Anke Plättner unter Beteiligung von Annette Dowideit (Die Welt), Karin Maag (CDU), Robby Schlund (AfD) und Holger Carstensen erörterte die Frage, warum der Pflegenotstand weiterhin ein akutes Problem darstellen wird und welche Wege aus jenem führen könnten.

Kurzzusammenfassung

Alle Beteiligten, insbesondere Annette Dowideit und die Mehrheitspolitikerin Karin Maag, waren sehr gut informiert und kannten Zahlen aus statistischen Erhebungen.

Karin Maag (CDU) möchte den Pflegenotstand durch die Reaktivierung von Teilzeitkräften und Personen, die den Pflegeberuf gelernt, jedoch nicht mehr ausüben, lösen.

Kritische Würdigung: Personen, die größtenteils aufgrund von Überlastung Abstand zum Pflegeberuf genommen haben oder ihre Arbeitszeit zugunsten von mehr Freizeit gekürzt haben, lassen sich in der Praxis wahrscheinlich auch nicht durch größere Würdigung in Form von monetären Anreizen dazu bringen, die bestehenden Pflegelücken bei ihren (ehemaligen) Arbeitgebern zu schließen. Kurzum: FAIL

Robby Schlund (AfD) und Annette Dowideit favorisieren die Wiedereinführung der Wehrpflicht und damit auch die des Zivildienstes, um die Lage in der Pflege zu verbessern.

Kritische Würdigung: Das ist die Lösung, die nachhaltige Besserung verspricht – zügig umsetzbar zu finanzierbaren Kosten. Es besteht jedoch massiver Bedarf an Überzeugungsarbeit. Vielleicht könnte Gerhard Schröder mit seinem guten Draht in den Kreml bei dieser Debatte etwas nachhelfen. Kurzum: WIN

Karin Maag und Robby Schlund lehnen eine systematische Überführung ausländischer Fachkräfte nach Deutschland mit der Begründung ab, dass in den Herkunftsländern jene Fachkräfte im sozialen Bereich fehlen würden. Nach Robby Schlund solle man mit Flüchtlingen, die einen Pflegeberuf haben, “reden”; eine Koppelung mit einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis setze jedoch falsche Anreize; diesem schließt sich Karin Maag an.

Kritische Würdigung: Es leuchtet ein, dass jemand nicht in zwei Ländern gleichzeitig leben und arbeiten kann. Aber Länder mit einer anderen demographischen Struktur wie Deutschland (z. B. Ägypten) benötigen tendenziell weniger Pflegefachkräfte. Ausländer, die Alten- oder Gesundheitspfleger in ihrem Heimatland waren und in jenem Beruf in Deutschland arbeiten wollen, sollten aufgrund von Gerechtigkeitsüberlegungen mittelfristig vollwertiges Mitglied der deutschen Gesellschaft werden können, um welche sie sich bei ihrer Arbeit schließlich kümmern. Eine andere Handhabung wäre schlichtweg scheinheilig und würde zu weiteren direkt angeschlossenen Problemen führen. Kurzum: FAIL

Der Hamburger Holger Carstensen spricht sich für eine Informationskapagne für die Jugend aus, die den Pflegeberuf attraktiver machen soll. Carstensen, Pflegedienstleister in einem Hamburger Seniorendomizil, sieht die Probleme des Pflegenotstands größtenteils bei Arbeitgebern bzw. Betrieben, die keine ausreichende Personalzahl aufweisen können. Er behauptet, dass Fachpflege durch ambulante und stationäre Dienste qualitativ hochwertig sei, da dies auch vom MDK überprüft würde.

Kritische Würdigung: Sympathischer Mann und sicherlich ein guter Chef. Die Qualität in der Pflege ist, wenn man offen mit Insidern spricht, trotz der Prüfungen und Bewertungen des MDKs jedoch häufig schlecht, weil schlichtweg keine Zeit für die einzelnen Pflegebedürftigen vorhanden ist. Alleinstehende Pflegebedürftige ohne Angehörige, die die Pflege kontrollieren könnten, werden in vielen Fällen leider nachrangig behandelt.

Fazit: Es wird noch Jahre dauern eine nachhaltige Lösung herbeizuführen, die aller Voraussicht nach in der Wiedereinführung der Wehrpflicht (vordergründig nicht aus Sicherheitsüberlegungen, sondern aufgrund des Engpasses in der Pflege) münden wird. Berlin agiert wie ein unentschlossener Feuerwehrmann und setzt leider auf die einfachsten Methoden. Es besteht Handlungsbedarf bei der Überwachung der Pflegequalität.

Stand: 03.05.2018

Systematischer Abrechnungsbetrug bei ambulanter Intensivpflege

Recherchen des Bayerischen Rundfunks im System der ambulante Intensivpflege haben ein düsteres Bild über die Situation bei vielen Patienten, die statt stationär zu Hause intensiv gepflegt werden, ergeben. Rund 21.000 Menschen werden gegenwärtig zu Hause intensiv gepflegt und betreut – mit steigender Tendenz. Durch den allgegenwärtigen Fachpflegemangel werden zudem immer mehr Pflegekräfte aus dem Ausland für die Pflege-zu-Hause rekrutiert, zuletzt vermehrt aus Ländern des westlichen Balkans. Recherchen haben nun ergeben, dass die eingesetzten Kräfte in vielen Fällen kein Deutsch sprechen, über keine in Deutschland anerkannte Berufsausbildung verfügen und demnach als ungelernte Hilskräfte in Bereichen arbeiten, in denen dringend eine Ausbildung im Gesundheitswesen vorausgesetzt wird, mit zum Teil gravierenden Folgen für die Betroffenen. Nach Recherchen des BR setzten viele ambulante Intensivpflegedienste ungelernte Kräfte ein und rechnen den Einsatz von Fachpflegekräften ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Stand: 27.03.2018

Die gesetzliche Pflegeversicherung verbucht rote Zahlen

Nach der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes und der damit verbundenen Erhöhung der Leistungen für Pflegebedürftige, hat die gesetzliche Pflegeversicherung im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Im Jahre 2017 gaben die Pflegekassen rund 2,7 Milliarden Euro mehr aus, als sie einnahmen. Die Ausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fast 25%.

Gernot Kiefer, der für die Pflegeversicherung verantwortliche Vorstand des Kassenverbandes, beruhigt jedoch. Die Pflegekassen sind finanziell gut aufgestellt und verfügen über hohe Rücklagen, die eine Stabilität des Sytems gewährleisten. Auch sieht er keinen konkreten Maßnahmenbedarf, um die roten Zahlen, die mit der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes einhergehen, aktionistisch zu verändern. Der Pflegebeitrag soll bis 2022 stabil bleiben.

Stand: 16.03.2018

Inhaber der KWH Seniorenbetreuung Stuttgart im Interview mit dem SWR

In Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Verbrechen von Grezgosz Stanislaw W. hat der Inhaber der KWH Seniorenbetreuung Stuttgart, Adam Wiechowski, ein Interview mit dem SWR geführt. Darin legte er dar, wie der Beitrag aus Sicht einer Vermittlungsagentur für 24-Stunden-Pflege bei der Personalauswahl aussieht und bat um einen Vertrauensvorschluss für die polnischen Pflegekräfte, die zum überwältigend großen Teil sehr gute, fürsorgliche Arbeit am Menschen leisten.

Stand: 08.03.2018

Land unter bei der ambulanten Pflege

Ein Artikel des NDR erläutert im Interview mit einer erfahrenen Fachpflegekraft und ihres Vorgesetzten die derzeitigen Probleme, mit denen ambulante Pflegedienstes bei Ihrer Arbeit konfrontiert werden.

Ein Aspekt ist die zu niedrige Abrechnung der Fahrzeiten der Pflegekräfte, die im Schnitt fast die Hälfte der Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Große bürokratische Anforderungen seitens der Pflegekassen zehren an den Kapazitäten der Pflegekräfte und rauben wertvolle Zeit, die sinnvoller bei der Arbeit mit den Pflegebedürftigen verwendet werden könnte. Das größte Problem ist nach wie vor der Mangel an gut ausgebildeten und motivierten Pflegekräften, die den steigenden Pflegebedarf abdecken können. Durch die hohe Belastung während der Arbeitszeiten, Wechselschichten und die im Vergleich zu anderen Berufen relativ geringe Entlohnung ist der Pflegeberuf für viele Schulabgänger wenig attraktiv. Viele Schüler bevorzugen Ausbildungsplätze mit höherer Entlohnung, weniger Arbeitszeit und Freitzeit am Wochenende. Der Mangel an motivierten Auszubildenden hat direkte Auswirkungen auf die Belastung der Pflegekräfte im Berufsalltag, ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen scheint. Nach Aussage des NDR werden in den kommenden zwölf Jahren 52.000 Fachpflegekräfte in Deutschland fehlen.

Stand: 04.03.2018

Fehlende Zukunftsperspektive in der Pflegepolitik

Laut Kommentar von Andreas Mihm, Journalist der Franfurter Allgemeinen Zeitung, fehlt es im Bereich der Pflege weiterhin an einem Zukunftskonzept in der Politik. Die gesetzliche Pflegeversicherung basiert auf dem Gedanken eines Kostenzuschusses, der die eigene Verantwortung zur Vorsorge nicht ersetzen kann; es ist quasi ein Teil-Kasko-Modell. Dies ist auch der Ausgangsgedanke bei der Gründung der Pflegeversicherung gewesen. Die Politik drückt sich nach Meinung Mihms um die Pflicht die Wahrheit auszusprechen, dass eine allgemeine Verbesserung der Pflege im Grunde darauf beruht, entweder die Beiträge oder den Eigenanteil zu erhöhen – eine nach seiner Aussage unbequeme Wahrheit, die auch im derzeitigen Koalitionsvertrag keine Beachtung findet.

Stand: 25.02.2018

Russisch-Ukranische Pflegemafia: Langjährige Haftstrafen wegen Abrechnungsbetrug

Das Landgericht Düsseldorf hat im Prozess gegen neun Angeklagte zum Teil lange Haftstrafen wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Geldwäsche verhängt. Die Angeklagten wurden schuldig gesprochen durch Scheinrechnungen und nicht erbrachte Leistungen Sozialämter und Krankenkassen um einen hohen einstelligen Millionenbetrag gebracht zu haben.

Bundesweit stehen nach aktuellen Erkenntnissen 230 ambulante Pflegedienst im Verdacht ihre Leistungen falsch bzw. zu hoch abzurechnen. Die hierdurch entstehenden Schäden werden auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich geschätzt.

Stand: 07.02.2018

Koalitionsverhandlungen: CDU, CSU und SPD einigen sich beim Thema Pflege

Im Zuge der Verhandlung zur Bildung einer großen Koalition von CDU, CSU und SPD haben sich die Verhandlungspartner für die Eckpunkte einer künftigen Regierungsarbeit beim Thema Pflege geeinigt.

Zu den Ergebnissen der Gespräche zählt die Absicht zur Einleitung eines Sofortprogramms zur Schaffung von zusätzlichen 8.000 neuen Fachkräftestellen in der Pflege. Zudem wurde vereinbart, die Tariflöhne in der Pflegebranche flächendeckend zu vereinheitlichen und zu erhöhen, um so die Attraktivität des Pflegeberufs für die Arbeitnehmer zu steigern. Ferner wurde ein zusätzliches Qualifizierungsprogramm ins Auge gefasst, um den Fachkräftemangel zu beheben.

Stand: 31.01.2018